Eine Sicherung ist erst dann eine, wenn sie zurückkommt.

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Funktioniert Ihr Backup? Warum nur ein Wiederherstellungstest das beweist

Backup4 Min. Lesezeitvon Alexander Schoss

Illustration (mit KI erstellt): Server und externe Festplatte, dazwischen ein Pfeil für die Wiederherstellung

Fast jeder Betrieb hat ein Backup. Ob es im Ernstfall funktioniert, weiß kaum einer, weil es nie jemand ausprobiert hat. Was ein Wiederherstellungstest zeigt, wie oft er sinnvoll ist und was eine Kopie außer Haus bringt.

„Backup läuft.“ Diesen Satz hören wir in fast jedem Erstgespräch, und er stimmt meistens. Irgendein Programm schreibt jede Nacht Daten auf eine Platte, ein NAS oder einen Server. Die Frage, die danach kommt, beantwortet fast niemand mit Ja: Haben Sie schon einmal etwas daraus wiederhergestellt? Ein Backup, das nie getestet wurde, ist eine Vermutung. Ob es hält, erfahren Sie im schlechtesten Moment, nämlich wenn Sie es brauchen.

Was beim Test typischerweise herauskommt

Wir finden bei Bestandsaufnahmen regelmäßig dieselben Dinge. Die Sicherung läuft seit Monaten mit Fehler, weil eine Platte voll ist oder ein Passwort geändert wurde, und die Warnmail landet in einem Postfach, das niemand liest. Oder sie läuft fehlerfrei, sichert aber den falschen Ordner: den alten Pfad vor dem Serverumzug, nicht den neuen. Oder die Datenbank der Branchensoftware ist dabei, lässt sich aber nicht öffnen, weil sie im laufenden Betrieb kopiert wurde und unvollständig ist. In allen drei Fällen zeigt die Software ein grünes Häkchen. Nur der Versuch, etwas zurückzuholen, deckt den Fehler auf.

Warum eine Kopie außer Haus gehört

Die zweite Lücke ist der Ort. Liegt die einzige Sicherung auf einem Gerät im selben Netz, trifft sie dasselbe wie den Server: der Wasserschaden, der Blitz, der Einbruch, und vor allem die Erpressungssoftware. Moderne Schadsoftware sucht gezielt nach Backup-Freigaben und verschlüsselt sie zuerst, damit die Erpressung funktioniert. Deshalb gilt eine einfache Regel: mindestens zwei Kopien auf unterschiedlicher Technik, davon eine außer Haus und so getrennt, dass ein Angreifer im Firmennetz nicht an sie herankommt. Bei uns heißt das in der Regel: Veeam sichert lokal auf ein eigenes Gerät, und eine zweite Kopie geht verschlüsselt in die Cloud als DCOSO Cloud Backup, wo sie für eine festgelegte Zeit nicht verändert oder gelöscht werden kann, auch nicht von uns.

„Unsere Daten liegen doch in Microsoft 365“

Das ist der häufigste Grund, warum ein Backup fehlt. Microsoft betreibt die Server zuverlässig, aber Microsoft sichert nicht Ihre Daten gegen Ihre eigenen Fehler. Eine gelöschte Mail liegt eine begrenzte Zeit im Papierkorb, eine überschriebene Datei hat einige Versionen, ein gelöschtes Postfach ist nach einer Frist weg. Wird ein Konto von Schadsoftware übernommen und werden Dateien verschlüsselt oder gelöscht, hilft die Versionierung nur teilweise. Für Postfächer, SharePoint und OneDrive gehört deshalb eine eigene Sicherung dazu, die unabhängig von Microsoft läuft. Wie das bei E-Mail aussieht, steht auf unserer Seite zur E-Mail-Infrastruktur.

Wie ein Wiederherstellungstest aussieht

Ein Test muss nicht aufwendig sein. Drei Stufen reichen, mit steigendem Aufwand. Die einfachste: eine einzelne Datei von vor zwei Wochen zurückholen und öffnen. Dauert fünf Minuten und zeigt, ob die Sicherung überhaupt lesbar ist. Die zweite: einen ganzen Ordner oder ein Postfach an einen anderen Ort zurückspielen und prüfen, ob alles da ist und die Branchensoftware damit startet. Die dritte: einen kompletten Server als Testsystem aus der Sicherung hochfahren, ohne den echten anzufassen. Das zeigt, wie lange eine Wiederherstellung im Ernstfall wirklich dauert, und diese Zahl ist für die Planung wichtiger als jede Garantie auf dem Papier.

Wichtig ist nicht die Stufe, sondern die Regelmäßigkeit. Eine Sicherung, die vor einem Jahr getestet wurde, sagt nichts über heute. Server wurden umgezogen, Programme aktualisiert, Ordner verschoben. Deshalb gehört der Test in einen festen Rhythmus, und das Ergebnis wird festgehalten: wann, was, hat es funktioniert, wie lange hat es gedauert. Genau diese Notiz ist es auch, die Ihre Cyber-Versicherung sehen will, wenn sie nach „getesteten Backups“ fragt.

Wie wir vorgehen

Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir uns an, was heute gesichert wird, wohin, und wann zuletzt etwas zurückgeholt wurde, auf Wunsch direkt bei Ihnen vor Ort. Danach wissen Sie, wo Ihre Sicherung steht, meist mit einer

Häufige Fragen

Wie oft sollten wir die Wiederherstellung testen?

Eine einzelne Datei zurückzuholen, kostet fünf Minuten und darf ruhig jeden Monat passieren; das kann auch jemand im Betrieb selbst machen. Ein ganzer Ordner oder ein Postfach etwa quartalsweise. Einen kompletten Server als Testsystem hochzufahren, ist aufwendiger und hängt davon ab, wie wichtig der Server für Ihren Betrieb ist. Entscheidend ist, dass es einen festen Rhythmus gibt und das Ergebnis aufgeschrieben wird. Für unsere Betreuungskunden übernehmen wir das.

Reicht eine externe Festplatte, die wir abends mitnehmen?

Das ist besser als keine Kopie außer Haus, und für ganz kleine Betriebe ein ehrlicher Anfang. Zwei Schwächen hat die Lösung: Sie hängt davon ab, dass jemand sie jeden Tag macht, und die Platte ist beim Anstecken wieder im Netz, also angreifbar. Eine verschlüsselte Kopie in der Cloud läuft automatisch, ist vom Firmennetz getrennt und lässt sich für eine festgelegte Zeit nicht löschen. Bei wenigen Hundert Gigabyte kostet das weniger als die Festplatte im Jahr.

Wie lange dauert es, bis nach einem Ausfall wieder gearbeitet werden kann?

Das hängt weniger vom Backup ab als davon, worauf Sie wiederherstellen. Eine Datei ist in Minuten da. Ein kompletter Server braucht ein Gerät, auf dem er laufen kann, und je nach Datenmenge einige Stunden bis einen Tag. Deshalb gehört zur Sicherung die Frage, welche Systeme zuerst wieder laufen müssen und womit. Auf Wunsch halten wir das mit Ihnen in einem Notfallplan fest, dann ist die Antwort auf diese Frage keine Schätzung mehr, sondern ein Plan.

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