Der Rechner läuft noch. Geschützt ist er nicht mehr.

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Windows 10 bekommt keine Sicherheitsupdates mehr: Was Betriebe jetzt mit ihren Rechnern tun sollten

Kosten und Planung5 Min. Lesezeitvon Alexander Schoss

Illustration (mit KI erstellt): Älterer Bürorechner mit Monitor neben einem modernen Notebook

Seit dem 14.10.2025 liefert Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr für Windows 10. Viele Betriebe arbeiten trotzdem damit weiter. Was das bedeutet, welche Rechner Sie behalten können und wie Sie den Austausch planen.

Am 14.10.2025 hat Microsoft den Support für Windows 10 beendet. Seitdem gibt es keine Sicherheitsupdates mehr, keine Fehlerbehebungen, keinen Herstellersupport. Ein Jahr später stehen in vielen Betrieben trotzdem noch Rechner mit Windows 10. Sie funktionieren ja. Das ist das Tückische daran: Nichts geht kaputt, nichts meldet sich, der Alltag läuft. Was fehlt, sieht man nicht.

Was „keine Sicherheitsupdates“ praktisch heißt

In Windows werden laufend Sicherheitslücken gefunden, auch Jahre nach der Veröffentlichung. Bei Windows 11 schließt Microsoft sie jeden Monat mit einem Update. Bei Windows 10 bleiben sie seit Oktober 2025 offen, und zwar dauerhaft. Angreifer wissen das. Lücken, die für Windows 11 geschlossen werden, lassen sich oft eins zu eins auf Windows 10 anwenden, wo sie niemand mehr stopft. Ein Rechner ohne Updates wird also mit jedem Monat angreifbarer, ohne dass sich an ihm etwas ändert.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Auch andere Programme ziehen nach. Browser, Virenschutz, Branchensoftware und Microsoft 365 stellen den Support für Windows 10 nach und nach ein. Irgendwann lässt sich eine Anwendung nicht mehr aktualisieren oder gar nicht mehr installieren, und dann steht der Rechner plötzlich doch still, meist zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Warum ein einzelner alter Rechner alle betrifft

Im Firmennetz hängen alle Geräte zusammen. Ein Rechner, auf dem Schadsoftware über eine offene Lücke Fuß fasst, ist der Ausgangspunkt für alles Weitere: Von dort aus werden Freigaben auf dem Server durchsucht, Zugangsdaten abgegriffen und andere Rechner angesteckt. Dass es „nur der Rechner am Empfang“ oder „nur die Kiste für die Zeiterfassung“ ist, spielt dabei keine Rolle. Für den Angreifer ist es eine Tür ins Haus, und sie steht offen.

Ein praktischer Nebeneffekt: Cyber-Versicherer fragen in ihren Fragebögen ausdrücklich nach Systemen ohne Herstellersupport. Steht dort ein „Ja“, wird die Police teurer oder es gibt eine Auflage mit Frist. Wie Sie mit solchen Fragebögen umgehen, haben wir im Beitrag zum Fragebogen der Cyber-Versicherung beschrieben.

Aktualisieren oder ersetzen?

Nicht jeder Windows-10-Rechner muss weg. Windows 11 läuft auf vielen Geräten, die ab etwa 2018 gekauft wurden. Voraussetzung sind ein ausreichend neuer Prozessor und ein Sicherheitschip namens TPM 2.0, der in den meisten Business-Geräten dieser Jahre eingebaut ist. Ist beides vorhanden, lässt sich der Rechner in ein bis zwei Stunden auf Windows 11 bringen, ohne dass Daten oder Programme verloren gehen.

Ältere Geräte erfüllen die Voraussetzungen nicht. Es gibt Wege, Windows 11 trotzdem zu installieren, aber Microsoft unterstützt das nicht, und ob Updates dann zuverlässig ankommen, ist nicht garantiert. Für einen Betrieb ist das keine Grundlage. Dazu kommt: Ein Rechner, der 2017 oder früher gekauft wurde, ist ohnehin aus der Garantie, und Ersatzteile werden knapp. Die Frage ist dann nicht, ob er ersetzt wird, sondern wann, und ob geplant oder nach dem Ausfall.

Ein Sonderfall sind Rechner, die an einer Maschine, einem Messgerät oder einer alten Branchensoftware hängen und sich deshalb nicht aktualisieren lassen. Solche Geräte lassen sich oft nicht ersetzen, aber isolieren: in ein eigenes Netz ohne Internetzugang, ohne E-Mail, ohne Zugriff auf den Server. Dann ist der alte Rechner kein Einfallstor mehr, sondern ein Werkzeug für genau eine Aufgabe.

Wie Sie den Austausch planen, ohne alles auf einmal zu kaufen

Der häufigste Fehler ist, das Thema zu verschieben, bis der erste Rechner ausfällt, und dann unter Zeitdruck irgendetwas zu kaufen. Der zweite ist, aus Schreck alles auf einmal zu ersetzen. Dazwischen liegt der sinnvolle Weg: eine Liste aller Rechner mit Alter, Betriebssystem und Garantiestand. Daraus ergibt sich von selbst eine Reihenfolge. Zuerst die Geräte ohne Windows-11-Fähigkeit mit viel Internetkontakt, dann die Aktualisierung der tauglichen Geräte, zuletzt die isolierten Sonderfälle. Verteilt auf einige Monate wird daraus eine planbare Ausgabe statt einer Überraschung.

Bei den Neugeräten lohnt sich der Blick auf die Garantie. Business-Geräte von Dell gibt es mit bis zu fünf Jahren Garantie und Vor-Ort-Service; der Aufpreis ist klein gegen einen Tag Stillstand, wenn das Gerät eines Mitarbeiters ausfällt. Wie wir Arbeitsplätze ausstatten und verwalten, steht auf unserer Seite zu modernen Arbeitsplätzen.

Wie wir vorgehen

Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir uns Ihre Rechner an, auf Wunsch vor Ort. Sie bekommen eine Liste: Welche Geräte lassen sich auf Windows 11 aktualisieren, welche sollten ersetzt werden und in welcher Reihenfolge, welche brauchen ein eigenes Netz. Die Aktualisierung tauglicher Geräte und den Austausch planen wir so, dass Ihr Betrieb weiterläuft; neue Geräte kommen fertig eingerichtet. Über DCOSO Remote Guard sehen wir danach dauerhaft, welche Updates auf welchem Rechner fehlen, damit die Frage „läuft hier noch irgendwo etwas Altes?“ nicht wieder aufkommt.

Illustration: mit KI erstellt.

Häufige Fragen

Kann ich Windows 10 nicht einfach weiter benutzen, wenn ich vorsichtig bin?

Vorsicht hilft gegen Phishing, nicht gegen Sicherheitslücken im System. Die werden ausgenutzt, ohne dass jemand etwas anklickt, zum Beispiel über eine manipulierte Website oder ein anderes befallenes Gerät im Netz. Für einen privaten Rechner ohne wichtige Daten mag das Risiko tragbar sein. In einem Betrieb mit Kundendaten, Buchhaltung und Haftung ist es das nicht, und Ihre Versicherung sieht das genauso.

Was ist mit den kostenpflichtigen Verlängerungs-Updates von Microsoft?

Microsoft bietet für Unternehmen ein Programm mit erweiterten Sicherheitsupdates an, das gegen Gebühr je Gerät und Jahr läuft und sich jährlich verteuert. Es ist als Überbrückung gedacht, nicht als Dauerlösung, und deckt nur Windows selbst ab, nicht die Programme darauf. Für einzelne Geräte, die aus einem konkreten Grund noch ein Jahr bleiben müssen, kann es sinnvoll sein. Für den ganzen Betrieb ist das Geld im Austausch besser angelegt.

Woher weiß ich, ob mein Rechner Windows 11 kann?

Microsoft bietet ein kleines Prüfprogramm an, das die Voraussetzungen auf dem Rechner testet und das Ergebnis anzeigt. Bei einem einzelnen Gerät ist das der schnellste Weg. Bei mehreren Rechnern lesen wir die Angaben zentral aus und liefern Ihnen die Liste für alle Geräte auf einmal, zusammen mit Alter und Garantiestand. Das ist Teil der Bestandsaufnahme im Erstgespräch.

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